Entstehung der Gezeiten und ihre Bedeutung für die Surfer

Die Entstehung der Gezeiten auf der Erde ist auf 2 physische Kräfte zurückzuführen, auf welche Sir Isaac Newton als erster aufmerksam wurde:

  • Gravitationskraft
  • Zentrifugalkraft

Gravitationskraft

Das Gesetz der Gravitationskraft besagt, dass 2 Gegenstände im Raum einander anziehen. Beeinflusst wird diese Größe von der Masse der jeweiligen Körper und ihrer Entfernung zueinander.

Bezogen auf Erde und Mond bedeutet dies, daß die Erde aufgrund ihrer größeren Masse den Mond anzieht; jedoch auch der Mond übt eine Anziehung auf die Erde aus. Diese Anziehungskraft ist jedoch aufgrund der Mondmasse (die nur ein Achzigstel der Erde beträgt) so gering ist, daß ein 80kg schwerer Mann, der in direkter Linie auf der dem Mond zugewandten Seite steht, ca. 10mg leichter wird. Diese vergleichsweise geringe Kraft hat zwar auf uns Menschen keine Auswirkungen, jedoch reicht sie, um das Wasser auf unserem Planeten, in Richtung der dem Mond zugewandten Seite der Erde fließen zu lassen. Der Flutberg der sich auf dieser Seite befindet, nennt sich Zenitflutberg.

Zentrifugalkraft

Wenn sich zwei Körper in einem System um eine gemeinsame Achse drehen, entsteht die sog. Zentrifugalkraft. Diese muß man sich für das Erde-Mond-System am Beispiel von spielenden Kindern (von denen eins ca. 80x so schwer ist wie das andere) verdeutlichen.

Durch immer schnellere Drehung wird das leichtere Kind zuerst nach außen gedrückt, jedoch auch das schwerere Kind erfährt eine Beschleunigung weg vom Zentrum.

Diese Fliehkraft veranlasst das Wasser auf der Erde, auf die dem Mond abgewandte Seite zu fließen. Der Flutberg, der hier entsteht nennt sich Nadirflutberg.

Gravitations-, und Fliehkraft haben die gleiche Größe, aufgrund derer der Mond in einer stabilen Umlaufbahn die Erde umrundet. Somit haben auch beide Flutberge die gleiche Größe.

Nun ist es so, dass sich die Erde innerhalb von 24 Std. einmal unter den beiden Flutbergen hinwegdreht, wir also rechnerisch 2x am Tag Hoch- und Niedrigwasser haben.

Jedoch verschieben sich diese am Tag um ca. 50 Minuten nach hinten.

Ursache ist, dass der Mond ca. 30 Tage braucht, um die Erde zu umrunden, innerhalb von 24h legt er ein dreißigstel dieser Strecke zurück, was in unserem Falle die 50 Min. ausmacht, die die Erde länger drehen muß, um wieder am gleichen Flutberg anzukommen.

Einfluß der Sonne

Nun ist es so, dass die Sonne, genauso wie der Mond, mit Gravitationskraft und Fliehkraft auf die Erde einwirkt. Jedoch wirken sich diese Kräfte aufgrund der großen Entfernung nur halb so stark aus wie jene vom Mond.Betrachtet man jetzt das Zusammenspiel sämtlicher Kräfte während eines Monats, so ist zu beobachten, dass in der Phase des Halbmondes die Gestirne in einem rechten Winkel stehen. Es bilden sich auf der Mond zu- und abgewandten Seite Flutberge, welche jedoch niedriger sind als normal, da die Sonne mit ihrer Gravitations- und Fliehkraft die Wassermassen ablenkt. Man spricht in diesem Fall von einer Nipptide.

In Neumondphasen stehen Sonne, Mond und Erde in einer Linie.In diesem Fall verstärkten sich die Gravitations, und Fliehkräfte von Mond und Sonne und sorgen so dafür, daß höhere Flutberge entstehen als normal: Dies ist die sog. Springtide.

In Vollmondphasen befindet sich die Erde in einer geraden Linie zwischen Mond und Sonne. In diesem Fall verstärkt die Gravitationskraft der Sonne den Nadirtflutberg des Mondes und die Fliehkraft der Sonne den Zenitflutberg des Mondes. Auch hier kommt es zur Springtide.

Während eines Monats durchläuft die Erde verschiedene Mondphasen, welche den Unterschied zwischen Wasserhöchst und –niedrigstand massiv beeinflussen.

Der Koeffizient

Der Stand der Gestirne und deren Auswirkungen auf den Wasserstand, wurden mittels Mathematischer Formeln, auf einer Skala von 25 bis 125, umgerechnet.

So bedeutet ein Koeffizient nahe der 25 eine minimale Veränderung des Wasserstandes zwischen Niedrig- und Hochwasser (Halbmondphase).

Für Surfer lässt sich dieses ausnutzen, wenn bestimmte Sandbänke z. B. nur bei absolutem Wasserniedrigstand laufen, dann ist bei Koeffizient 25 schon bei Midtide evtl. sogar bei Hightide surfbar.

Gerade bei Riffen ist es nützlich zu wissen, ob der Wasserstand nach Hightide so rapide sinkt, dass es freigelegt wird.

Der Wasserstand in den Ozeanen folgt einer Sinuskurve. Aufgrund der Masseträgheit des Wassers beginnt der Massetransport nach Hoch- und Niedrigwasser zunächst schleppend, bis er in der 3./4. Std. seinen Höhepunkt erreicht.

In der 3./4. Std ist die Strömung somit am größten und zu beachten, wenn gesurft wird.

Allgemeines

Kleine Wellen sollten bei Lowtide gesurft werden, bei Hightide oft Shorebreak.

Große Wellen hingegen bei Hightide.

Bei Riffen sollte man nur Surfen, wenn dies der Wasserstand es zulässt oder wenn sein Nachname Slater, Occy oder ähnlich lautet.

Infos zu den Gezeiten der deutschen Nordssküste: klick hier….

Informationen der Gezeiten an der niederländischen Küste findet Ihr hier….